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News 2026

EVG-Sicherheitsumfrage 2026: Ein Drittel der Beschäftigten denkt ans Aufhören

Die Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr wächst und das Sicherheitsempfinden verschlechtert sich. Laut der aktuellen Sicherheitsumfrage der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fühlt sich zwei Drittel der Beschäftigten bei Bus und Bahn zunehmend unsicher im Job. Besonders besorgniserregend: Etwa jede dritte befragte Person denkt darüber nach, den Beruf zu wechseln.

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Damit hat sich die Situation seit der letzten Umfrage 2024 weiter verschärft. 

Übergriffe sind für viele Alltag

Die aktuellen Ergebnisse zeigen deutlich, wie stark Gewalt den Arbeitsalltag prägt:

85 % der Befragten haben bereits verbale Übergriffe wie Beleidigungen oder Bedrohungen erlebt und 50% berichten von einem körperlichen Angriff.

Personalprobleme drohen

Die Folgen könnten weit über die betroffenen Beschäftigten hinausreichen. Wenn viele Beschäftigte ihren Beruf verlassen, drohen massive Auswirkungen für den öffentlichen Verkehr.

„Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken“, warnt der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch. Einen so massiven Personalverlust kann kein Unternehmen kompensieren.

Mehr Schutz und Hilfsangebote für Beschäftigte

Die Befragten nennen klare Maßnahmen für mehr Sicherheit im Arbeitsalltag: Doppelbesetzungen bei Zugbegleiter*innen, mehr Sicherheitspersonal und eine stärkere Präsenz der Bundespolizei bei risikoreichen Fahrten.

Wer im Arbeitsalltag Gewalt oder Bedrohungen erlebt, bekommt Unterstützung der Gewerkschaft: Die EVG bietet mit „Ruf Robin“ eine 24-Stunden-Hotline unter der 0800 264 44 44 für Betroffene an. Die Service-Hotline nimmt alle notwendigen Angaben zu einem Vorfall vertraulich auf. Auch Nicht-Mitglieder bekommen hier eine Erstberatung.

Von den Arbeitgebern verlangen die Teilnehmenden der Umfrage eine deutliche Verbesserung der Versorgung nach Übergriffen, z. B. durch   Supervisionsangebote und eine längere bezahlte Freistellung. 

Telefon-Hotline

Hilfe-Hotline
Gewalt im Dienst erlebt?

Unter der 0800 116 006 0 können sich Beschäftigte aller Berufsgruppen nach Gewalterfahrungen Hilfe holen – bundesweit, kostenfrei und anonym. Eine Kooperation von DGB und WEISSER RING.

Hilfe Kontakt