Schon lange kein Einzelfall mehr: Beschäftigte der Berliner Stadtreinigung werden bei ihrer Arbeit zunehmend beleidigt, bedroht und angegriffen.

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Besonders auf den Recyclinghöfen, aber auch in der Straßenreinigung, nimmt die Gewalt spürbar zu. Das bestätigt BSR-Chefin Stephanie Otto in einem Interview mit dem RBB. Demnach seien Mitarbeitende nicht nur verbalen Entgleisungen, sondern auch tätlichen Angriffen bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt.
Laut RBB gab fast die Hälfte der Beschäftigten an, im vergangenen Jahr bedroht worden zu sein. Ein Viertel berichtete von körperlichen Angriffen. Die Mitarbeitenden wurden unter anderem sexuell herabwürdigend beleidigt, mit Flaschen beworfen oder sogar mit Autos angefahren, so Otto. Teilweise hätten Beschäftigte unter Polizeischutz nach Hause gebracht werden müssen. Auch Todesdrohungen habe es gegeben. Die zunehmende Gewalt bereitet der BSR große Sorge und überschreitet längst eine Grenze. Eine Bewertung, die Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, noch einmal klar unterstreicht:
Es kann nicht sein, dass Menschen, die täglich unsere Städte sauber halten und am Laufen halten, Angst vor Anfeindungen oder Gewalt haben müssen.
Für den DGB ist klar: Gewalt gegen Beschäftigte im Dienst der Gesellschaft darf nicht weiter normalisiert werden. Wir fordern einen Bewusstseinswandel, konsequente Prävention und den entschlossenen Schutz aller Beschäftigten, die tagtäglich Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen. Mehr zu unseren Forderungen und zu den Hintergründen auf der Seite „Das Problem“.
Quellen:
Portrait
In unserem Porträt berichtet Doro, Busfahrerin, von ihrer Gewalterfahrung im Dienst.