Die Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst steigt weiter an. Und sie trifft viele Berufsgruppen im öffentlichen Dienst und privatisierten Sektor. Das verdeutlichen aktuelle Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 (PKS) sowie ergänzende Auswertungen der vergangenen Jahre.

© Danny Prusseit
Zunehmende Gewalt gegen Lehrkräfte
Ein besonders alarmierender Trend zeigt sich im Bildungsbereich. Lehrkräfte in Deutschland werden immer häufiger Opfer von Gewalttaten und auch die Schwere der Taten nimmt zu.
Eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik über einen Zeitraum von zehn Jahren (bis einschließlich 2024) zeigt: Im Jahr 2024 wurden 1.283 Fälle registriert, in denen Lehrerinnen und Lehrer Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung wurden. Zum Vergleich: Zwischen 2015 und 2023 lag die Zahl der gemeldeten Fälle jährlich zwischen 717 und 1.017.
„Lehrkräften muss jetzt der Rücken gestärkt werden und Gewaltvorfälle müssen konsequent und verbindlich bearbeitet und geahndet werden, statt sie unter den Teppich zu kehren“,
sagt Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Jetzt braucht es politische Aufmerksamkeit und Gegenmaßnahmen, die Schulen zu Schutzräumen für Schüler*innen und Beschäftigte machen, an denen Gewalt keinen Platz hat!“
Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf Schulen. Zwischen 2018 und 2024 nahm laut Auswertungen der PKS auch die Zahl der Gewaltdelikte gegen Beschäftigte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Polizei zu.
Auch Polizei weiterhin stark betroffen
Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 bestätigt diesen Trend. Polizeivollzugsbeamt*innen sind weiterhin in hohem Maße von Gewalt betroffen. Im Jahr 2025 wurden 114.439 Beschäftigte der Polizei als Opfer registriert und markiert einen weiteren Anstieg um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (111.496).
Mehr als die Hälfte der Betroffenen (57.980 bzw. 50,7 Prozent) wurde Opfer von Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamt*innen, häufig im Zusammenhang mit Demonstrationen, Fußballspielen oder Volksfesten. Die Folgen sind teils gravierend: 6.986 Menschen erlitten leichte, 20 von ihnen sogar schwere Verletzungen.
Klare Botschaft: Null Toleranz bei Gewalt
Die Zahlen machen deutlich: Gewalt ist für viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst zunehmend Alltag. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Sie leisten unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft und haben Anspruch auf Schutz, Respekt und Rückhalt.
Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des DGB, stellt klar:
„Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Angriff auf unsere demokratische Gesellschaft. Wer Polizist*innen, Lehrkräfte oder Rettungskräfte angreift, greift uns alle an. Unsere Botschaft ist unmissverständlich: Null Toleranz bei Gewalt!“