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Kriminalität in Deutschland weiter rückläufig, Übergriffe auf Polizei- und Rettungskräfte dagegen weiter auf Rekordhoch

© DGB/Best Sabel/Eisenmeier

2020 war für viele Menschen ein Ausnahmejahr. Die Corona-Pandemie hinterlässt auf vielen Ebenen tiefe Spuren in unserer Gesellschaft. Dies gilt auch für die Kriminalität in Deutschland. Die heute veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 zeigt deutlich, dass die erfasste Kriminalität zwar insgesamt weiter abgenommen, gleichzeitig eine Verlagerung der Straftaten stattgefunden hat, hin zu mehr Häuslicher Gewalt sowie mehr Übergriffe auf PolizistInnen und Rettungskräfte.

Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten ist 2020 erneut gesunken. Das geht aus der am 15. April 2021 veröffentlichten bundesweiten Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Demnach wurden 2020 insgesamt 5.310.621 Fälle registriert. Im Vergleich zum Jahr 2019 bedeutet das einen Rückgang von 2,3 Prozent. Somit sanken die Fallzahlen im vierten Jahr in Folge. Von 1993 bis 2009 und von 2014 bis 2016 lagen die Fallzahlen jeweils über 6 Millionen. Gleichzeitig hat die anhaltende Corona-Pandemie unmittelbaren Einfluss auf die Art und Anzahl der erfassten Straftaten.

Die Zahlen im Detail

Bei der Betrachtung der konkreten Straftaten und deren Veränderung im Vorjahr müssen die vielfältigen Einflüsse der Corona-Pandemie, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lockdown im Frühjahr sowie im Herbst 2020 berücksichtigt werden. Die generellen Einschränkungen, etwa bei der Mobilität, aber auch die Auswirkungen auf jeden Einzelnen, haben zu einer in Teilen starken Veränderung von Straftaten geführt, gleichzeitig aber auch einer Verstärkung bestimmter Trends.

So war 2020 im Vergleich zum Vorjahr insbesondere ein Anstieg von Subventionsbetrug (Anstieg von 318 Fällen 2019 auf 7.585 im Jahr 2020), Straftaten nach dem Infektionsschutzgesetz (Anstieg von 61 Fällen 2019 auf 6.779 im Jahr 2020), die Verbreitung pornografischer Schriften (+54,2 Prozent, +9.403 Fälle) sowie Abrechnungsbetrug (+29,6 Prozent, +1.358 Fälle) zu verzeichnen. Zugleich haben aber auch Beleidigung (+9,9 Prozent, +21.670 Fälle) sowie insbesondere tätliche Angriff auf VollstreckungsbeamtInnen und Rettungskräfte (+5,9 Prozent, +878 Fälle) stark zugenommen.

Rückläufig waren dagegen vor allem Straftaten wie Erpressung (-32,4 Prozent, -5.133 Fälle), Diebstahl (-7,7 Prozent, -139.602 Fälle) sowie Raubdelikte (-6,0 Prozent, -2.180 Fälle).

DGB fordert mehr politische Initiative

Obwohl das öffentliche Leben im Jahr 2020 in weiten Teilen also stillstand, kann doch der generelle Rückgang von Straftaten nicht als politischer Erfolg gewertet werden. Denn die starken Rückgänge bei Diebstählen, Erpressung und Raub sind vor allem auf die Einschränkungen im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung zurückzuführen. Schwer dagegen wiegt, dass insbesondere die Gewalt gegen Beschäftigte im Dienst der Gesellschaft ein weiteres Mal angestiegen ist. Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik ist hier sehr deutliche: 6,1 Prozent mehr Übergriffe auf PolizeibeamtInnen und 5,9 Prozent mehr tätliche Angriffe auf VollstreckungsbeamtInnen und gleichstehende Personen. „Statt mehr Unterstützung erfuhren unsere Einsatzkräfte im Corona-Jahr 2020 noch mehr Gewalt. Wann schützen wir endlich die Menschen, die für uns im Einsatz sind?“, kommentierte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack die aktuellen Zahlen. Zugleich wies sie auch auf andere Bereiche hin. Neben Polizei, Feuerwehr- und Rettungskräften, seien auch Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr und anderen öffentlichen Institutionen immer stärker und immer öfter von Übergriffen betroffen.

Seit Anfang 2020 macht der DGB daher mit der Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ auf die zunehmende Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen und privatisierten Bereich aufmerksam.

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