Traurige Bilanz an Neujahr. In der Silvesternacht kam es deutschlandweit wieder zu Gewalt gegen Einsatzkräfte. Damit setzt sich eine besorgniserregende Entwicklung fort: 2025 erreichte die Zahl der Angriffe auf Beschäftigte bei der Polizei und der Deutschen Bahn einen neuen Höchststand.

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Allein in Berlin wurden in 13 Fällen Einsatz- und Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr angegriffen, behindert oder verletzt. In Kiel wurde die Polizei nach eigenen Angaben von einer größeren Menschengruppe attackiert, als die Beamten den Einsatz eines Notarztes absichern wollten. Was zum Jahreswechsel passiert ist, zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahr. Die beiden Fälle stehen stellvertretend für viele weitere im Jahr 2025.
Bei der Deutschen Bahn wurden von Januar bis Ende Oktober 2025 durchschnittlich jeden Tag fünf Beschäftigte angegriffen. Rund die Hälfte der Übergriffe betraf das Zugpersonal im Regionalverkehr. Aber auch Reinigungskräfte, Servicekräfte, Kundenberater*innen sowie Busfahrer*innen waren von Gewalt betroffen. Laut Bundesinnenministerium sind bis Oktober vergangenen Jahres insgesamt 2.987 Mitarbeitende Opfer von Straftaten geworden.
Auch bei der Bundespolizei ist die Lage alarmierend. Im gleichen Zeitraum wurden 9.329 Beamtinnen und Beamte Opfer einer Straftat. Die Zahlen stammen aus der Polizeilichen Eingangsstatistik und zeigen eine steigende Tendenz. Die noch nicht erfassten Monate November und Dezember 2025 lassen bereits jetzt auf einen traurigen Rekord schließen.
Auch für 2026 gilt: Jeder Übergriff auf Mitarbeitende im öffentlichen Dienst und privatisierten Sektor ist einer zu viel.
Die Sicherheit aller Beschäftigten hat oberste Priorität. Gewalt gegen diejenigen, die täglich Verantwortung übernehmen, unsere Sicherheit gewährleisten und für Mobilität sorgen, darf nicht weiter zur Normalität werden. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern im Rahmen der Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ einen öffentlichen Bewusstseinswandel, verlässliche Zahlen zur Gewalt gegen Beschäftigte im Dienst der Gesellschaft, mehr Personal und konkrete Gefährdungsanalysen. Mehr zu unseren Forderungen und zu den Hintergründen auf der Seite „Das Problem“.
Quellen:
Portrait
In unserem Porträt berichtet Moritz, Notfallsanitäter in Berlin, von seiner Gewalterfahrung im Dienst.